Wir und Europa

Eine Europaschule ohne Europa? Das geht wohl kaum. Daher präsentieren wir euch auf dieser Seite ein breitgefächertes Angebot rund um das Thema Europa. Kultur, Zeitgeist, Politik und Wirtschaft Europas sind dabei nur eine kleine Auswahl an Themen, die ihr hier vorfinden könnt. Denn: Europa ist wichtig und ein tolles Projekt!

Das Coronavirus       02.04.2020

Das Coronavirus hat sich in wenigen Wochen auf der ganzen Welt verbreitet. Doch jedes Land reagiert anders auf das Virus.

Deutschland

In Deutschland hat sich das Virus innerhalb weniger Tage stark ausgebreitet. Am stärksten betroffen sind Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg, aber auch in den anderen Bundesländern gibt es einige Fälle von Corona. Der Landkreis Heinsberg bei Aachen wurde zum Risikogebiet erklärt. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) musste sich in häusliche Quarantäne begeben, da ihr Arzt positiv auf das Virus getestet wurde. Deutschland verhängte Kontaktsperren: Wir Deutschen dürfen uns nur noch mit einer Person treffen, den Kontakt zu älteren Menschen sollten wir vermeiden. Bayern und das Saarland verhängten sogar Ausgangssperren: Die Bürger dürfen ihre Wohnung nur zum Einkaufen von lebensnotwendigen Dingen und zum Arztbesuch verlassen. Restaurants, Cafés und Läden, die nicht lebensnotwendige Güter verkaufen, müssen schließen. Diese und noch viel mehr Betriebe leiden unter den Schließungen, denn sie müssen Kosten, wie zum Beispiel die Lohnzahlung von Mitarbeitern, weiter tätigen, machen aber keine Einnahmen mehr. Auch die großen Unternehmen, wie VW, Daimler und BMW haben ihre Produktion eingestellt. Der DAX sank auf unter 9000 Punkte. Die Bundesregierung stellte den Unternehmen Hilfen zur Verfügung, Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) stellten das Maßnahmenpaket auf die Beine. Die Schule muss derweil in allen Bundesländern ausfallen. In den Krankenhäusern arbeiten Ärzte und Pfleger auf Hochdruck. Die Zahl der Todesfälle ist in Deutschland zwar in den letzten Wochen gestiegen, aber immer noch weit unter 1000. 

China

China ist das Ursprungsland vom Coronavirus SARS-CoV-2, genauer gesagt die Millionenmetropole Wuhan in der chinesischen Provinz Hubei. In Wuhan traten im Dezember 2019 die ersten Fälle vom neuen Coronavirus auf. Millionen Menschen wurden unter Quarantäne gestellt und es wurden sogar ganze Städte abgeriegelt. Da die meisten Unternehmen, gerade die in den wirtschaftlich starken Regionen im Osten Chinas, darunter die Regionen um die Megastädte Shanghai, Peking oder Shenzhen ihre Produktion weitgehend einstellten, ging das BIP stark zurück, das Minus beträgt über 13% für das erste Quartal 2020. Doch auch die Neuinfektionen gehen stark zurück. Die Exporte brachen noch stärker ein. Während es Mitte Februar täglich tausende Neuinfektionen gab, gab es Mitte März kaum noch Neuinfektionen. Die meisten Infizierten wurden bereits geheilt, die Produktion wird stückweise wieder hochgefahren. Inwiefern man diesen Zahlen vertrauen kann, ist unklar. Viele Experten und Chinesen misstrauen nämlich dem chinesischen Staat und der regierenden kommunistischen Partei. Die Wirtschaft Chinas wird laut Experten wahrscheinlich auch im zweiten Quartal zurückgehen. Der Grund dafür ist die sinkende Nachfrage aus dem Ausland. 

Vereinigte Staaten

Lange Zeit redete Präsident Donald Trump das Virus klein. Als sich das Virus in Europa ausbreitete, schloss Trump die Grenzen. Er sagte, dass die Europäer im Kampf gegen das Virus versagt hätten. Doch dann die Kehrtwende, als das Virus die USA erreicht: Trump sagt, er habe schon früh mit einem Virus dieser Art gerechnet. Dieser Umgang mit dem Virus macht Präsident Trump und sein Krisenmanagement unglaubwürdig. Das Virus breitete sich rasch in den USA aus, die meisten Fälle gab es in New York, Kalifornien, Washington und der Stadt New Orleans im US-Bundesstaat Louisiana. Die Zahl der Infektionen war höher als in China und Italien. Dadurch, dass es in den Vereinigten Staaten kein funktionierendes Gesundheitssystem gibt und viele Menschen sich keinen Arztbesuch oder Test auf das Coronavirus leisten können, gehen sie weiterhin arbeiten und stecken auf diese Weise viele andere Menschen an. Auch die Wirtschaft leidet unter der Corona-Krise. Das Ausmaß ist allerdings noch unklar. Trump verabschiedete ein Billionenschweres Hilfspaket für die Wirtschaft.  Doch die Zahl der Infizierten und die Zahl der Toten stieg weiter sprunghaft an. 

Italien

In Italien breitete sich das Virus seit Februar rasend schnell aus. Anfang März überholte Italien sogar China mit der Zahl der Infizierten und den Todesfällen. Ministerpräsident Giuseppe Conte verhängte Landesweite Ausgangssperren. Die Schulen fielen, genauso wie in Deutschland, aus. Doch im Gegensatz zu Deutschland oder China droht das Gesundheits­system zu kollabieren. Es gibt mehr Todesfälle als in China, die Zahl der Infektionen schießt in die Höhe. In Italien mussten die Ärzte entscheiden, wen sie „überleben lassen“, da es in den italienischen Krankenhäusern viel zu wenige Intensivbetten gibt. Italien erhielt Hilfe aus Kuba, Russland und China, einige schwer kranke Patienten konnten nach Leipzig verlagert werden. 

Spanien  

Neben Italien ist Spanien zum Corona-Krisengebiet in Europa geworden. Die Zahl der Fälle stieg wie in Italien stark an. Auch die Todesfälle stiegen stark an. Anfang April zählte man in Spanien sogar mehr Fälle als in China. Madrid war das Epizentrum der Pandemie. Die spanische Regierung verhängte Ausgangssperren. Mit einem Rettungspaket für die Wirtschaft versucht die Regierung viele Arbeitsplätze zu erhalten. Auch in einer der wichtigsten Branchen, dem Tourismus, fielen die Einnahmen fast komplett weg. 

Frankreich

In Frankreich ist vor allem die Region Elsass-Lothringen an der deutsch-französischen Grenze stark vom Coronavirus betroffen. In Frankreich sind es zwar weniger Fälle als in Deutschland, Italien oder Spanien, doch auch in Frankreich steigt die Zahl der Infektionen stark an. Deutschland, Luxemburg und die Schweiz haben bereits einige Patienten aus Frankreich in ihren eigenen Krankenhäusern untergebracht. Genauso wie Italien und Spanien verhängte Frankreich Ausgangssperren für seine Bürger. Für die Wirtschaft soll es Finanzhilfen geben, manche Unternehmen sollen möglicherweise sogar verstaatlicht werden.

Großbritannien

Bisher gab es noch relativ wenige Fälle in Großbritannien, doch die Zahl der Infizierten und Todesfälle steigt stetig an. Experten sagen, dass Großbritannien ca. zwei Wochen hinter Italien, Deutschland und Frankreich liege. Die britische Regierung schnürte mehrere Pakete für die Wirtschaft und Gesundheit. Die Arbeiter in den Firmen sollen weiterhin mindestens 80% ihres Lohns bekommen. Doch das britische Gesundheitssystem ist nicht gut vorbereitet: Aufgrund der fehlenden Investitionen im Gesundheitswesen gibt es viel zu wenig Personal und medizinische Geräte. Das britische Gesundheitssystem droht deshalb bei jeder gewöhnlichen Influenza zu kollabieren. Welche Auswirkungen das Coronavirus auf Großbritannien haben wird ist noch unklar. Premierminister Boris Johnson und Gesundheitsminister Matt Hancock wurden positiv auf das Coronavirus getestet, genauso wie Thronfolger Prinz Charles. 

Österreich

In Österreich gab es bisher weniger als 10.000 Infektionen. Doch um eine starke Ausbreitung, wie im Nachbarland Italien zu vermeiden, führte Österreich eine Ausgangssperre ein. Die Arbeitslosenquote stieg stark an. Im Skiort Ischgl wurden schon sehr früh viele Fälle vom Coronavirus bekannt. Die heimgekehrten Skifahrer aus Österreich, aber auch aus Italien, die sich im Skiurlaub angesteckt hatten, verbreiteten das Virus in ganz Europa.

Skandinavien

Skandinavien, vor allem Dänemark und Schweden sind vom Coronavirus betroffen. Es gibt zwar vergleichsweise wenige Fälle und das Leben geht in den meisten Bereichen weiter, aber die Tourismusbranche ist wie in den Skigebieten oder Spanien betroffen. Die Touristen (meistens au Deutschland), die in den Osterferien nach Schweden oder Dänemark fahren, bleiben aus. Allerdings haben die skandinavischen Länder Maßnahmen ergriffen, um eine starke Verbreitung einzudämmen: In Dänemark fällt die Schule aus und in Schweden werden Veranstaltungen mit mehr als 50 Teilnehmern abgesagt. 

Südkorea

Südkorea gilt als Musterschüler bei der Bekämpfung des Coronavirus, da es viele Tests gibt. Im ganzen Land gibt es Schnelltests, die innerhalb weniger Tage ausgewertet werden. Im ganzen Land wurden „drive-through-Tests“ eingeführt: Man fährt mit seinem Auto (zum Beispiel auf der Durchreise) in eine solche Teststation, lässt sich im Auto testen und bekommt das Testergebnis nach ca. 10 Tagen zugeschickt. Außerdem konnten die Bürger via SMS über Infektionsfälle in der Umgebung gewarnt werden. Im Gegensatz zu China und den meisten europäischen Ländern geht das Leben in Südkorea „ganz normal“ weiter: Die meisten Läden und Restaurants sind weiterhin geöffnet und es gibt keine Ausgangssperren.

Japan

In Japan gibt es bislang relativ wenige Coronavirus-Infektionen. Genauso wie in Südkorea gab es in Japan keine Ausgangssperren, es wurden keine Veranstaltungen abgesagt und die Läden waren weiter geöffnet. In wenigen Monaten sollten die Olympischen Spiele in der japanischen Hauptstadt Tokio stattfinden. Die Olympischen Spiele wären ein Sportereignis mit tausenden Besuchern geworden, für Japans Premierminister Shinzō Abe wäre es unvorstellbar gewesen, die Spiele abzusagen. Viele Besucher kamen zur Ankunft der Flagge in Japan. Doch dann kam die Kehrtwende: Die Spiele sollten verschoben werden. Der Nachholtermin wäre laut IOC (Internationales Olympisches Komitee) erst im Sommer 2021. Premierminister Abe riet den Japanern, trotz der Kirschblütensaison zuhause zu bleiben.

Russland

In Russland gab es nach offiziellen Zahlen kaum Coronavirus-Infizierte. Doch inwiefern diese Zahlen stimmen, ist unklar. In Russland war es eine ähnliche Situation wie in Südkorea oder Japan: Erst spät reagierte der Präsident Wladimir Putin auf das Virus. Putin rief eine arbeitsfreie Woche für alle Russen aus. Doch anstatt zuhause zu bleiben oder sich in häusliche Quarantäne zu begeben, fuhren viele Russen in den Urlaub. Wie sich das auf die Zahl der Coronavirus-Infektionen auswirkt, ist aufgrund der unklaren Zählweise nicht bekannnt.

Iran

Im Iran breitete sich das Virus stark aus. Iran ist das am stärksten betroffene Land im Nahen Osten, es gibt schon über tausend Tote. Die meisten Geschäfte im Iran wurden geschlossen. Diese Maßnahme soll bewirken, dass mehrere Millionen Menschen zuhause bleiben. Besonders stark betroffen sind die Provinzen Semnan, Ghom und Markasi im Zentrum des Landes, aber auch die Hauptstadt Teheran.  

Lateinamerika

In Lateinamerika sind es zwar noch viel weniger Coronavirus-Infektionen als in Europa, Asien oder in den USA, doch die Zahl der Infektionen und Todesfälle steigt stark an.  Trotzdem droht das Gesundheitssystem in einigen Lateinamerikanischen Ländern zu kollabieren: Kuba bot Argentinien Unterstützung bei der Versorgung und durch Ärzte an, da es in Argentinien zu wenige Ärzte gibt, in Ecuador haben die Ärzte das größte Krankenhaus des Landes in Guayaquil „nicht mehr unter Kontrolle“, Venezuela hat ebenfalls Hilfe aus Kuba, aber auch aus China und Russland nötig.  Aber die Maßnahmen für die Bekämpfung des Coronavirus wurden in den meisten Ländern verschärft: Nicht notwendige Veranstaltungen in Mexiko werden abgesagt, Ecuador hat einen Kredit von einer halben Milliarden US-Dollar vom IWF (Internationaler Währungsfond) gewährt bekommen, Bolivien hat den „sanitären Notstand“ ausgerufen und es wurde für alle Bürger eine 14-tätige Quarantäne angeordnet, in Chile können viele Bürger nicht mehr arbeiten gehen und Venezuela hat eine Ausgangssperre angeordnet. Ganz anders ist die Lage in Brasilien: Präsident Jair Bolsonaro rief die Bürger, trotz einer starken Verbreitung, zum Ende der Ausgangssperre auf. Darauf gab es viel Protest und viel Gegenwind. Die meisten der Gouverneure der 27 Bundesstaaten stellten sich gegen Bolsonaros Entscheidung. 

Afrika

Wenn man sich auf der Weltkarte der Johns-Hopkins-Universität die Zahl der Coronavirus Infektionen anschaut sieht man große rote Kreise in Europa, Amerika und Asien. In Afrika sind es bisher nur kleine rote Kreise. In den meisten Staaten gibt es unter 100 Infektionen. Um eine starke Verbreitung des Virus zu vermeiden haben aber auch viele afrikanische Länder schon Maßnahmen getroffen: In Namibia wurden die Schulen geschlossen, in Kenia und Nigeria gibt es ein Einreiseverbot und in Südafrika wird ein 40 Kilometer langer Schutzzaun an der Grenze zum Nachbarland Simbabwe geplant. Die meisten Fälle auf dem afrikanischen Kontinent gibt es in Südafrika und den Ländern an der Mittelmeerküste. Südafrika ist jedoch das einzige Land mit mehr als 1000 Infektionen. Doch die Zahl der Infektionen steigt stetig an. Sollte es zu einem starken Ausbruch kommen, könnten die Gesundheitssysteme der meisten Länder die Coronakrise nicht stämmen, da viele Staaten in Afrika über kein Gesundheitssystem verfügen und viele Regionen schlecht erreicht werden können. Die meisten Staaten auf dem afrikanischen Kontinent wären auf Hilfen der Vereinten Nationen, der EU, China oder den Vereinigten Staaten angewiesen. Wie stark sich das Virus ausbreiten wird  ist allerdings noch unklar.

Jonathan Radkowski


Die Verbreitung des Coronavirus.        16.03.2020

Covid-19 erreicht Europa. In China hat sich das Virus bereits stark ausgebreitet.

Ausbreitung in China

Das Land, aus dem das Coronavirus stammt ist China, besser gesagt stammt es aus der chinesischen Stadt Wuhan in der Provinz Hubei. Am Ende des Jahres 2019 gab es die ersten Meldungen über das Coronavirus. Es sei in einem Tiermarkt in Wuhan ausgebrochen. Am 11. Januar 2020 meldete China das erste Todesopfer. Das Virus verbreitete sich in ganz China, Ende Februar 2020 waren es schon über 70.000 Fälle in China. In China gab es nun strenge Schutzmaßnahmen: Man durfte nicht mehr ohne eine Schutzmaske sein Haus verlassen, das Neujahrsfest wurde abgesagt, Flüge wurden gestrichen und viele Städte und Regionen wurden beinahe komplett abgeriegelt. Die Stadtzentren von den großen Städten Peking, Shanghai, Guangzhou, Chongqing und Wuhan waren menschenleer. Derweil stieg die Zahl der Todesopfer stark an. Doch trotz der Schutzmaßnahmen konnte sich das Coronavirus stark verbreiten. Aktuell sind es mehr als 80.000 Fälle in China. 

Ausbreitung in Deutschland

In Deutschland sind es bereits über 200 Fälle. Der erste Fall in Deutschland wurde am 28. Januar 2020 im Landkreis Starnberg in Bayern bekannt. Der Mann ist Mitarbeiter des Autozulieferers Webasto. Er hatte sich wahrscheinlich bei einer Kollegin aus China angesteckt. Das Coronavirus breitete sich in den folgenden Wochen nur in geringem Maße in Deutschland aus. Die Deutschen Staatsbürger mit derzeitigem Wohnsitz in China wurden mit einer Maschine der Bundeswehr zurück nach Deutschland geholt und zur Quarantäne in die Südpfalz-Kaserne der Bundeswehr in Rheinland-Pfalz geschickt. Von den ca. 100 Rückkehrern wurden zwei in der Südpfalz-Kaserne positiv auf das Coronavirus getestet. Um das Karnevalswochenende verbreitete sich das Coronavirus in Deutschland sehr stark. Ein Ehepaar aus dem Landkreis Heinsberg bei Aachen wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Das Ehepaar hatte Kontakt mit vielen Menschen gehabt, es besuchte die Sitzung des ortsansässigen  Karnevalsvereins und ha so möglicherweise die anderen Teilnehmer infiziert. Die Mitglieder des Karnevalsvereins mussten in Quarantäne. Das Virus breitete sich weiter in Nordrhein-Westfalen aus. Die meisten der ca. 70 infizierten in NRW haben vorher Kontakt mit Mitgliedern des Karnevalsvereins im Landkreis Heinsberg gehabt. Aber nicht nur in Nordrhein-Westfalen breitete sich das Coronavirus aus. Nachdem das Virus in Italien ausgebrochen war, kehrten viele Urlauber, vor allem aus Norditalien nach Deutschland zurück. Einige von ihnen wurden positiv auf das Coronavirus getestet. In Hamburg mussten die Mitarbeiter des Universitätsklinikums Eppendorf in Quarantäne, nachdem ein Arzt sich bei einer Reise nach Norditalien angesteckt habe. Am 01. März 2020 meldete Berlin einen ersten Fall, aber auch in den ostdeutschen Bundesländern breitete sich das Coronavirus aus. Die Handwerksmesse in München und die Leipziger Buchmesse mussten abgesagt werden und auch die Schulen wurden in einigen Bundesländern geschlossen, darunter in Bayern, Baden-Württemberg und NRW. Aktuell gibt es 7 Todesfälle. Die USA verhängten ein Einreiseverbot für den kompletten Schengen-Raum.

Coronavirus in Italien

Am 22. Februar 2020 meldete Italien einen ersten Todesfall. Der verstorbene war ein 78-jähriger Mann. Vor diesem Todesfall gab es nur wenige Fälle in Italien. Das Virus breitete sich rasch aus, gerade in Norditalien. Die Zahl der infizierten stieg binnen weniger Tage auf über 1000, die Zahl der Toten auf über 100. Den Menschen in Norditalien wurde geraten zuhause zu bleiben. Viele Urlauber aus dem Ausland mussten ihren Urlaub vorzeitig beenden. Einige der zurückgekehrten Urlauber brachten das Virus in ihre Heimatländer mit, so verbreitete sich das Virus in ganz Europa. In der Nacht vom 7. März zu 8. März verkündete Ministerpräsident Conte eine Quarantäne für ganz Italien.

Jonathan Radkowski


Nach der Schule eine Zeitlang im Ausland leben und arbeiten

Erfahrungen von WorkAwayerin Rebecca Löbbert

 

Rebecca, 19 Jahre alt, hat 2018 hier am NGB ihr Abitur gemacht. Vor ihrem Studium wollte sie etwas von der Welt sehen, dabei verschiedene Arten von Arbeit ausprobieren und gleichzeitig Land und Leute kennenlernen. Da ihre Interessen bei der Arbeit mit Tieren, insbesondere mit Pferden und Eseln liegen, entschied sie sich für Work and Travel in Großbritannien in diesem Arbeitsbereich.

 

 

Was genau ist Work and Travel?

 

Übersetzt heißt Work and Travel reisen und arbeiten. Das heißt, dass man von Ort zu Ort reist oder auch für eine längere Zeit an einem Ort bleibt, um dort zu arbeiten. Im Gegenzug für die Arbeit bzw. die Hilfe wohnt man bei einer Gastfamilie und bekommt dort auch Essen. Es gibt verschiedene Organisationen, die Work and Travel anbieten. Bei einigen Organisationen ist man ein halbes bis ganzes Jahr an einem Ort, bei anderen kann man freier entscheiden. Rebecca hat sich für die letztere Variante entschieden und dafür die Webseite der Organisation WorkAway genutzt, über die sie verschiedene Gastfamilien finden und anschreiben konnte. Hilfreich war dabei, dass man sich das Feedback von anderen WorkAwayern zu der Gastfamilie ansehen konnte. Während Rebecca Work and Travel genutzt hat, um Erfahrungen zwischen Schule und Studium zu sammeln, nutzen andere Work and Travel, um günstig Urlaub zu machen und dabei die Menschen in den Ländern kennenzulernen. Der Vorteil ist, dass man weder Ferienwohnung noch Essen bezahlen muss. Bei den meisten Organisationen muss man dafür aus Versicherungsgründen jedoch über 18 sein.

 

 

 

Wo kann man Work and Travel machen?

 

Die Organisation WorkAway bietet diesen Service weltweit an. In einigen Ländern gibt es viele Gastfamilien, bei denen man arbeiten kann, z.B. England und Schottland. Es gibt folglich auch ein sehr großes Spektrum an Arbeiten, die man machen und Länder, die man bereisen kann. Rebecca hat z.B. auch ein Mädchen kennengelernt, das mit WorkAway schon in den Rocky Mountains bei einer Einsiedlerin gelebt hat. Da die Organisation weltweit Gastfamilien anbietet, kann jeder sein Traumziel finden und erreichen. Rebecca fände z.B. noch Länder wie Norwegen und Schweden, aber auch Australien interessant. Es werden jedoch auch Stationen in Nord- und Südamerika oder Afrika und Asien angeboten.

 

 

 

Wie funktioniert WorkAway?

 

Auf der Seite www.workaway.info meldet man sich an, das heißt, man kreiert einen Account. Dafür gibt man seinen Namen, sein Alter und das Wunschland sowie die gewünschte Tätigkeit an, z.B. Haushalt, Garten etc. Anschließend sucht man sich verschiedene Hosts, also Gastfamilien, und liest sich durch, was diese anbieten. Ist man an einem Host interessiert, so kann man über die Webseite per E-Mail Kontakt mit dieser Gastfamilie aufnehmen. In der E-Mail stellt man sich vor und gibt an, wann und wie lange man dort arbeiten möchte und fragt, ob das möglich ist. Rebeccas Erfahrungen haben gezeigt, dass die Hosts meist schnell antworten – entweder mit einer Zu- oder Absage. Bei einer Absage wird ggf. ein späterer Termin in Aussicht gestellt.

 

 

 

Die Dauer, für die man dort arbeitet, bestimmt man selbst, wobei es sein kann, dass einige Gastfamilien eine Mindestaufenthaltsdauer festlegen. Dies war bei Rebecca der Fall, als eine Gastfamilie Wert darauf gelegt hat, dass die WorkAwayer für mindestens einen Monat bleiben, damit die Pferde, mit denen sie arbeiten, mit den Arbeitern vertraut werden und ein bisschen Kontinuität in ihrem Leben haben. Andere Hosts bieten aber auch Aufenthalte ab einer Woche an, da sich das für sie bereits lohnt. Hierbei sollte man allerdings bedenken, dass eine Woche ein sehr kurzer Zeitraum ist, um sich in ein Feld einzuarbeiten. Rebecca ist der Ansicht, dass man mindestens zwei Wochen braucht, um sich bei der Arbeit und in die Familie einzuleben. Sie empfiehlt einen Aufenthalt von mindestens drei Wochen bis zu zwei Monaten.

 

 

 

Sie sagt, man solle WorkAway einfach auszuprobieren. Wenn man merkt, dass es einem nicht gefällt, kann man jederzeit gehen, da man privat reist. Deshalb ist es kein Problem, nach einer Woche oder auch schon nach drei Tagen zu sagen, dass man wieder gehen möchte. Man ist nicht durch die Organisation verpflichtet, die Zeit, die man anfangs vereinbart hat, einzuhalten. Wenn man möchte, kann man aber auch verlängern, wenn der Arbeitgeber einverstanden ist. Oder vielleicht kann man zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal wiederkommen. So ist es auch möglich, frei herumzureisen und beispielsweise zwei Monate nach England, zwei Monate nach Schweden und noch zwei Monate nach Amerika zu fahren. Auf jeden Fall sollte man aber das Feedback der anderen WorkAwayer lesen, bevor man einen Host anschreibt.

 

 

 

Welche Kosten entstehen bei Work and Travel?

 

Die Nutzung der von Rebecca genutzten Webseite, workaway.info, kostet 30 Euro im Jahr, was nach Rebeccas Aussage ein mehr als akzeptabler Preis ist. Man muss nur alles selber organisieren: Recherche, Kontaktaufnahme sowie An- und Abreise. Als günstige Reiseform empfiehlt Rebecca den Flixbus, mit dem sie sehr preiswert von Dortmund nach London gekommen ist und von wo aus sie mit dem Zug weiterfuhr, der dann natürlich etwas mehr kostete. Sonst muss man nur das bezahlen, was man in der Freizeit unternimmt, also wenn man mit dem Bus irgendwohin fährt, um sich etwas anzusehen bzw. die Eintrittskosten zu Sehenswürdigkeiten. Grundbedürfnisse wie Schlafplatz und drei Mahlzeiten am Tag werden von den Gastfamilien übernommen.

 

 

 

Vorteile von Work and Travel

 

Neben dem Kontakt zu verschiedenen Menschen – Hosts, Gemeinschaft und anderen Work and Travellers – , lohnt sich das Nutzen von Work and Travel auch finanziell. Man zahlt die Anreise selbst und erhält Unterkunft und Essen in der Gastfamilie. Stets steht jedoch der interkulturelle Austausch im Vordergrund. Reist man als Tourist, bleibt man stets ein Beobachter. Die Menschen begegnen einem zwar mit Höflichkeit, jedoch ohne tieferes Interesse. Reist man hingegen mit Work and Travel, sagt Rebecca, wird man schnell in eine Gemeinschaft integriert, was für sie, die in einem Dorf mit 15 Häusern arbeitete, auch sehr wichtig ist. Nicht nur wurde sie sofort zum Tee eingeladen, sondern auch zu einem gemeinsamen Curling-Abend. Sie ist davon überzeugt, dass diese Erlebnisse reinen Touristen vorenthalten bleiben.

 

 

 

Aufgaben bei Work and Travel

 

Die Aufgaben sind natürlich von Host zu Host verschieden und hängen von eurem speziellen Interesse ab. Aber auch innerhalb eurer Angabe, z.B. Rebeccas Interesse an Arbeit mit Pferden, können die Aufgaben variieren. So erledigte sie bei einem Aufenthalt Arbeiten rund um die Pferde, bei einem anderen Aufenthalt half sie bei Arbeiten rund um den Hof, einschließlich Holzhacken, Kieswege legen etc. Bei einer anderen Familie, bei der Rebecca lebte und arbeitete, waren die Tiere, um die sie sich kümmern musste, in diesem Fall Esel, eine Touristenattraktion, weshalb sie sehr viel mit diesen Eseln spazieren ging, aber auch Ausflüge mit den Touristen begleitete. Ein Highlight für Rebecca war dann, dass sie in ihrer Freizeit die Esel auch reiten oder mit dem Eselskarren fahren durfte.

 

 

 

Unterkunft und Kontakte

 

Die Art der Unterkunft variiert von Host zu Host. Bei manchen Gastfamilien hat man ein Einzelzimmer, bei anderen teilt man sich ein Zimmer mit anderen Work and Travellern, die zufällig zur gleichen Zeit bei der selben Gastfamilie untergebracht sind. Rebecca hat auch von einer Familie berichtet, bei der die WorkAwayer in einem eigenen kleinen Campingwagen untergebracht waren. Üblicherweise ist man aber in einem eigenen Zimmer untergebracht und teilt sich dann Bad und Küche mit den anderen Hausbewohnern. Der Vorteil bei dem gemeinsamen Wohnen ist natürlich, dass man Zeit miteinander verbringt und interessante Gespräche führen kann – und nebenbei seine Sprachkenntnisse verbessert. Dementsprechend eignet sich Work and Travel nicht für kontaktscheue Personen, da man mit allen Arten von Menschen aus allen möglichen Kulturkreisen in Kontakt kommt. Rebecca hat über WorkAway beispielsweise bereits Engländer, Schotten, eine Australierin, einen Philippiner, eine in Schweden wohnende Italienerin sowie eine Dänin kennengelernt.

 

 

 

Arbeit und Freizeit

 

Im Grunde ist es so, dass man fünf Tage in der Woche fünf Stunden arbeitet. Zwei Tage pro Woche hat man frei, die man mit dem Arbeitgeber abspricht. Manchmal verlangt der Arbeitgeber auch weniger Stunden, die man, wie Rebeccas Erfahrung in Schottland gezeigt hat, auch freiwillig aufstocken kann. Als sie in England war, war es allerdings bei einem Arbeitgeber üblich, dass man sechs Tage die Woche arbeitet. Hier hat man jedoch die Möglichkeit, auf seine zwei freien Tage zu bestehen. Bei Rebeccas Arbeit war es möglich, dass sie während ihrer Arbeitszeit Pausen gemacht hat. So hat sie z.B. fünf bis sechs Stunden am Tag gearbeitet: Sie hat drei bis vier Stunden gearbeitet und ist dann für zwei Stunden ins Dorf gegangen, hat sich an den Strand gesetzt, dort etwas gegessen und dann anschließend noch drei Stunden gearbeitet.

 

 

 

Rebeccas Erfahrungen

 

Generell hat Rebecca in ihrer Zeit mit WorkAway keine schlechten Erfahrungen gemacht. Eine italienische Bekannte von ihr, die seit zwölf Jahren mit WorkAway reist und arbeitet, hat zwischendurch auch mal schlechte Erfahrungen gemacht. Aber sie sagte, dass man auf der Webseite dann ein Feedback über den Gastgeber hinterlassen sollte, wo man war, um anderen eine Orientierung bei der Suche nach guten Gastfamilien zu geben. Man sollte, laut Rebecca, vor der Kontaktaufnahme immer das Feedback durchlesen.

 

 

 

Wie gesagt, lernt man nicht nur verschiedene Familien, sondern auch andere WorkAwayer kennen. Einige Gastfamilien gehen auch mit den WorkAwayern auf Ausflüge, so dass man sich sehr gut aufgehoben und wie zu Hause fühlt. So gehört der Kontakt zu den Menschen zu Rebeccas Top-Erlebnissen. Eine weitere wichtige Erfahrung war für sie die Aufnahme in die Dorfgemeinschaft, die sich stark von dem Stadtleben unterscheidet. Auch die Arbeit mit den Tieren, insbesondere mit den Eseln, gehört zu ihren wertvollsten Erlebnissen.

 

 

 

Die einzige schlechte Erfahrung, von der Rebecca berichtet hat, ist durch Unerfahrenheit entstanden und zwar die erste Anreise nach Schottland ausschließlich mit dem Zug. Dadurch, dass die Züge in Deutschland Verspätung hatten, hat sie ihre Anschlüsse in Großbritannien verpasst und stand, nachdem sie neun Mal umsteigen musste, abends um neun Uhr endlich an ihrem Endbahnhof. Hier war jedoch der letzte Bus zu ihrer Gastfamilie bereits eine Stunde vorher abgefahren. Außerdem konnte sie ihre Gastfamilie nicht erreichen, weil sie kein Handynetz hatte. Doch auch dieses anfangs schlechte Erlebnis wurde durch einen sehr freundlichen und hilfsbereiten Taxifahrer, der sie bis zu ihrer Gastfamilie brachte, gerettet.

 

 

 

Work and Travel und der Brexit

 

Zurzeit ist es schwierig zu sagen, welche Auswirkungen der Brexit auf Work and Travel in Großbritannien haben wird. Rebecca studiert momentan in Schottland und möchte eventuell auch nach dem Studium in Großbritannien bleiben. Ob sie für den Aufenthalt während des Studiums und nachher ein Visum braucht und bekommt, ist noch unklar. Die meisten Hosts freuen sich aber auch weiterhin, Leute aus anderen Ländern bei sich aufzunehmen, da sie den Austausch mit Personen aus anderen Ländern schätzen.

 

 

 

 

 

Alle, die an Work and Travel interessiert sind und noch Fragen haben, können sich gerne über die Schülerzeitung mit Rebecca in Verbindung setzen.

 

Dominik Beierle

 


Ost und West            14.02.2020

Von 1961 bis 1989 waren Ost- und Westdeutschland durch eine Mauer geteilt. Diese Teilung hat bis heute ihre Spuren hinterlassen.

Berlin - die vereinigte Hauptstadt

 

Mitten durch Berlin verlief bis 1989 die Berliner Mauer. Teile der Stadt, darunter der Kurfürstendamm, das Schloss Charlottenburg und das Reichstagsgebäude gehörten zum Westen, andere Teile wie die Museumsinsel und das Gebiet des historischen Stadtzentrums gehörten zu Ostdeutschland. All das ist lange her. Dort, wo zur Zeit der Mauer der sogenannte Todesstreifen verlief, sind heute wieder Gebäude, darunter das Regierungsviertel und die Gebäude um den Potsdamer Platz. Die Mauer ist an vielen Orten in Berlin noch erkennbar, aber im Osten und im Westen Berlins gibt es wenige Unterschiede.

Ein Land, zwei Teile

So wie in Berlin sieht es nicht in ganz Deutschland aus. Während es im Westen viele große, wachende Städte mit viel Industrie, wie München, Frankfurt am Main, Hamburg oder Köln gibt, gibt es im Osten vor allem ländliche Gebiete mit Bevölkerungsrückgang. In Ostdeutschland profitierten jedoch auch einige große Städte wie Dresden, Leipzig oder Potsdam von der Wende. In den großen Städten in Ostdeutschland haben sich nach der Wende einige Unternehmen niedergelassen und viele westdeutsche und internationale Konzerne haben dort Standorte eröffnet. Anders ist das in vielen kleinen Städten und auf dem Land: In ländlichen Regionen haben sich vielerorts nur wenige Unternehmen angesiedelt.

Dies ist auch in der Lutherstadt Eisleben im südlichen Sachsen-Anhalt so. Eisleben ist der Geburts- und Sterbeort Martin Luthers. Man kann dort das Geburts- und das Sterbehaus Luthers besichtigen, seine Spuren sind überall in der Stadt, aber Besucher findet man wenige. Die meisten Geschäfte in der Innenstadt haben schon um 16:00 Uhr geschlossen und am Markt, dem Hauptplatz der Stadt sind nur wenige Menschen unterwegs. Die Stadt hat eine gute Lage, im Mansfelder Land, nicht weit von den Industriezentren in Halle (Saale) und Leipzig, doch trotzdem ist die von Bevölkerungsrückgang betroffen. In einer Abbildung über die Bevölkerungsentwicklung 2017 bis 2035 des Berlin-Instituts (Quelle: Der Spiegel Nr.15/06.04.2019) kann man ablesen, dass der Landkreis Mansfeld-Südharz 20% oder mehr Prozent der Bevölkerung verlieren wird. Dies ist an vielen Orten in Ostdeutschland so, aber warum?

Der Strukturwandel

Wenn wir uns erneut die Abbildung über die Bevölkerungsentwicklung 2017 bis 2035 des Berlin-Instituts anschauen, erkennt man dort ganz klare Strukturen: In Süddeutschland (Bayern und Baden-Württemberg) wachsen die meisten Regionen um ca. fünf bis zehn Prozent, die Region München und einige Universitätsstädte wachsen sogar um mehr als 10%. Nur in manchen Regionen im nördlichen Franken, östlichen Bayern und in der Schwäbischen Alb ist ein Bevölkerungsrückgang erwartet. Im restlichen Westdeutschland wachsen die großen Städte wie Hamburg, Bremen, Frankfurt (Main), Hannover und einige Ruhrgebietsstädte und Umgebung sowie Universitätsstädte wie Münster oder Paderborn, aber auch ländliche Regionen im westlichen Niedersachsen. Von starker Schrumpfung (-10 bis -20%) sind nur einzelne Regionen wie das nördliche Saarland oder das südliche Rheinland-Pfalz betroffen.

In Ostdeutschland wachsen um mehr als zehn Prozent nur Berlin, Potsdam und Leipzig bis zu zehn Prozent wachsen große Städte wie Dresden, Halle (Saale), Erfurt, Jena, Magdeburg und Rostock. Der Rest Ostdeutschlands schrumpft, der ländliche Raum mehr als die Städte.

Die Wirtschaft

Den Grund für diese Verschiedenheiten findet man in der Zeit nach der Wende: Nach der Wiedervereinigung musste sich die ehemalige DDR von der Planwirtschaft auf die Marktwirtschaft umstellen. Dies war ein schwerer Schritt für Ostdeutschland, bei dem viele Menschen ihre Arbeit verloren. Viele Unternehmen aus der ehemaligen DDR gingen Pleite oder wurden aufgelöst. Es gingen ca.75 bis 80% der Arbeitsplätze in der ehemaligen DDR verloren. Allerdings sind auch neue Arbeitsplätze, vor allem im Dienstleistungssektor entstanden. Aber die neuen Arbeitsplätze konnten den Verlust der alten nicht ausgleichen. Die meisten neuen Arbeitsplätze entstanden in den Städten wie Leipzig, Dresden oder Jena, der ländliche Raum wurde vernachlässigt. So mussten viele Bewohner des ländlichen Raums in die Städte oder in den Westen ziehen. Heute hat sich schon einiges verbessert: die Arbeitslosenquoten sank von 10,2% (1991) auf 7,6% (2018). Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf betrug 1991 in Westdeutschland 22.687Euro, im Osten nur 9.701Euro. 2018 waren es 42.971Euro im Westen. und 32.1908 Euro im Osten.

Im Westen verlief die Geschichte der Wirtschaft ganz anders: Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Wirtschaft in Westdeutschland durch amerikanische Wirtschaftshilfen, den sogenannten Marshallplan, wiederbelebt. Ludwig Erhard (CDU), Wirtschaftsminister von 1949 bis 1963 und Bundeskanzler von 1963 bis 1966, führte die soziale Marktwirtschaft, eine Kombination aus freier Marktwirtschaft und Planwirtschaft ein. In den 1950er und 1960er Jahren führte der steigende Konsum und steigende Exporte zum Wirtschaftswunder.

Tourismus

Während man in Westdeutschland schon nach dem Zweiten Weltkrieg Kulturdenkmäler, die im Krieg zerstört worden waren, aufbaute und Altstädte pflegte, wurden in Ostdeutschland Kulturdenkmäler vernachlässigt. Die meisten alten Städte wurden vernachlässigt und sie verwahrlosten. Die Menschen wollten lieber in den modernen Plattenbauten am Stadtrand leben. Es wurden zwar einige Gebäude, vor allem in den großen Städten, wiederaufgebaut, aber noch nach der Wiedervereinigung lagen viele alte Städte in Trümmern.

Das beste Beispiel ist die Altstadt von Dresden, welche noch bis zur Wiedervereinigung in Trümmern lag: das historische Residenzschloss war eine Ruine, um den Neumarkt, mitten in der ehemaligen Altstadt, standen neue Plattenbauten und von der weltberühmten Frauenkirche existierten nur noch Trümmer. Heute ist das anders: das Residenzschloss ist heute ein Museum, es strahlt wieder im alten Glanz, die alten Gebäude um den Neumarkt wurden wiederaufgebaut und die Frauenkirche thront wieder mit ihrer Kuppel über der ganzen Stadt. 2018 wurden im Freistaat Sachsen erstmals mehr als 20 Millionen Übernachtungen gebucht. Mehr als sieben Millionen Touristen kommen aus Deutschland aber es kommen auch viele aus anderen Ländern. Die meisten kommen nach Dresden, nach Leipzig(unter anderem zur Buchmesse) oder in die Sächsische Schweiz, aber auch in die malerischen Altstädte von Görlitz und Bautzen.

So wie in Sachsen ist es an vielen Orten in Ostdeutschland. In Mecklenburg-Vorpommern finden die meisten Inlandsurlaube der Deutschen statt, noch vor Schleswig-Holstein und Bayern. Von diesem Tourismus profitieren vor allem die Badeorte an der Küste und es kommen jährlich viele Menschen in die alten Hansestädte Stralsund, Wismar oder Rostock.

Die Politik

Wenn man Umfragen zur Bundestagswahl oder zu den Landtagswahlen vergleicht oder sich die Wahlergebnisse der letzten Jahre anschaut wird auf den ersten Blick folgendes klar: Im Osten und im Westen liegen meistens CDU/CSU oder SPD vorne. Allerdings verlieren beide Volksparteien in beiden Teilen des Landes. Aber während im Westen, gerade in den letzten Jahren, die Grünen im Aufwärtstrend befinden, belegt die AfD in allen Bundesländern im Osten den zweiten Platz. Außerdem ist im Osten Die Linke sehr stark vertreten: bei der Landtagswahl in Thüringen 2019 bekam sie die meisten Stimmen.

Den Grund für diese Unterschiede findet man in der Geschichte des geteilten Deutschlands: Während in Westdeutschland schon in den 1950er und 1960er Jahren viele Arbeitskräfte aus ganz Europa (z.B. aus der Türkei, Portugal und Spanien) kamen, kamen in Ostdeutschland eher weniger Arbeitskräfte aus dem Ausland, wenn überhaupt aus sozialistischen Bruderstaaten (z.B. Mosambik oder Vietnam). Nach der Wiedervereinigung wanderten viele Menschen aus Ostdeutschland aus. Viele Ostdeutsche sehen sich vernachlässigt. Die AfD nutzte dies und konnte viele Bürger, die sich vernachlässigt fühlten, (sogenannte Protestwähler) für sich gewinnen.

Fazit

Westdeutschland und Ostdeutschland waren zwar für 28 Jahre durch eine Mauer getrennt und noch länger zwei verschiedene Staaten. Es gibt bis heute einige Unterschiede, sowohl in der Politik, als auch in der Wirtschaft. Es hat sich aber seit der Wiedervereinigung viel getan und es war und es ist keine einfache Aufgabe zwei solch verschiedene Länder zu vereinen.

Jonathan Radkowski


Das zerstörte Herz von Paris

10.05.2019

Am Abend des 15. April 2019 ging die Pariser Kathedrale Notre-Dame, eines der Wahrzeichen Frankreichs in Flammen auf. Die Löschung dauerte einen Tag. Präsident Macron sagte den Wiederaufbau bis 2024 zu.

Am Montag, dem 15. April 2019 brach im Dachstuhl der Kathedrale um 18.50 Uhr das Feuer aus. Zu dieser Zeit waren keine Bauarbeiter mehr auf der Baustelle. Erst wenige Wochen vorher wurde mit einer Renovierung der Kathedrale für 150 Millionen Euro begonnen. Die Ursache liegt wahrscheinlich bei den Bauarbeiten. Das Feuer breitete sich innerhalb einer Stunde über den kompletten Dachstuhl aus. Um 19.56 Uhr stürzte der 96 Meter hohe, hölzerne Vierungsturm ein. Die beiden Steintürme blieben unversehrt. Der Dachstuhl aus über 1300 Eichenbalken, teilweise über 800 Jahre alt zerstörte beim Einsturz Teile des Strebewerkes. Bei den Löscharbeiten waren 600 Feuerwehrleute beteiligt. Ein Feuerwehrmann wurde während den Löscharbeiten schwer verletzt. Die Häuser um die Kathedrale auf der Ile de la Cite mussten evakuiert werden. Um 23.00 Uhr erklärte der Sprecher der Pariser Feuerwehr, dass die Grundstruktur des Gebäudes gesichert sei. Am Morgen des 16. April wurde der Brand vollständig gelöscht.

 

Die meisten der Schätze, darunter die Dornenkrone Jesu, konnten gerettet werden. Die weltberühmten, mittelalterlichen Rosettenfenster überstanden den Brand, genauso wie Altar und Orgel. Es ist ein Wunder, dass die Skulpturen von Aposteln und Evangelisten vorher wegen der Renovierung aus über 90 Metern Höhe abmontiert wurden und deshalb dem Feuer nicht zum Opfer fielen.

 

Präsident Emmanuel Macron sagte eine Rede an jenem Abend ab und kam mit der Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo zur Notre-Dame. Tausende Menschen gingen ebenfalls auf die Straßen, beteten und weinten um ihre Kathedrale. Auf der ganzen Welt trauerten Menschen um die Kathedrale. Der Präsident kündigte in einer Fernsehansprache an, dass er die Notre-Dame innerhalb von fünf Jahren wiederaufbauen will. Experten sagen, es werden 10 bis 15 Jahre benötigt. Ungefähr 1 Milliarde Euro wurde an Spenden für den Wiederaufbau zugesagt. Als Ersatz für die Diözese dient bis zum Wiederaufbau die Kirche St-Sulpice.

 

Jonathan Radkowski


Juwelenraub in Dresden                   17.01.2020

Im Grünen Gewölbe im Dresdener Schloss wurden Juwelen im Wert von einer halben Millionen Euro aus dem 18. Jahrhundert gestohlen.

Am 25.11.2019 um 4.59 am Morgen ging ein Anruf vom Sicherheitspersonal bei der Polizei ein. In dem Grünen Gewölbe, der weltberühmten Schatzkammer im Dresdener Residenzschloss, wurde durch ein Fenster eingebrochen und Juwelen im Wert von einer halben Millionen Euro gestohlen. Die Juwelen sind Teil der Schatzkammer des sächsischen Kurfürsten und polnischen Königs Augusts des Starken (1670 bis 1733). Nachdem die beiden Täter durch das Fenster eingebrochen waren, gingen sie zielstrebig auf das Juwelenzimmer, einen der prachtvollsten Räume in der Schatzkammer zu. Um 05:04 Uhr war der erste Funkstreifenwagen vor Ort, um 05:08 Uhr traf der Kriminaldauerdienst ein. Um 05:09 Uhr gingen erste Hinweise auf einen Stromausfall ein, zwölf Minuten später wurde ein defekter Stromverteiler in der Nähe gemeldet. Durch den Stromausfall könnte das Alarmsystem möglicherweise lahmgelegt worden sein. Sofort wurden die Bundespolizei, die Polizeidirektionen Görlitz und Chemnitz und die Polizei Brandenburg über den Raub informiert. Etwas später wurde ein mögliches Fluchtfahrzeug in einer Tiefgarage in Dresden gefunden. Obwohl das Fahrtzeug abgebrannt war, konnte es identifiziert werden.

 

 Jonathan Radkowski

 


Bewegende Fahrt der Q1 nach Polen

 

Am Sonntag, 6.9.2018 war es soweit, die Polenfahrt ging endlich los!

 

Wir fuhren morgens um 7.30 los und es ging zu unserem ersten Ziel nach Posen. Die Fahrt war ziemlich lange, doch mit vielen Pausen und unserem unterhaltsamen Busfahrer Marius, der uns auch die ganze Fahrt über begleitete, war es einigermaßen auszuhalten. Als wir am Abend ankamen, ging es erstmal auf unsere Hotelzimmer.

 

Das Hotel war nicht ganz so toll, doch wir verbrachten ja nur eine Nacht dort. Den restlichen Abend konnten wir selbst gestalten und zum Beispiel auf dem wunderschönen Alten Marktplatz etwas essen gehen, da alle nach der Fahrt natürlich sehr hungrig waren.

 

Am nächsten Morgen nahmen wir nach dem Frühstück an einer Stadtführung durch Posen teil.

 

Die Stadt ist sehr schön und wir lernten viel Interessantes über die Stadt, die mit 540.372 Einwohnern die fünftgrößte Stadt Polens ist. Außerdem war sie eine der ältesten und bedeutendsten Städte im ehemaligen polnischen Reich.

 

Die Führung war nicht sehr lange, da es schon um 11 Uhr weiter ging und nun zu unserem Hauptziel: Lublin. Nach einer mehrstündigen Fahrt waren wir dann auch alle froh, dass wir das Hotelzimmer beziehen konnten. Das Hotel hat uns allen sehr gut gefallen, man hatte sehr viel Platz und alles war auch sehr sauber. Das Essen war auch immer ganz gut und die Kellner sehr freundlich. Außerdem stellte man uns noch unseren Stadtführer für die nächsten Tage vor, Herr Dr. Steffen Hänschen vom Bildungswerk Stanislaw Hantz, den wir jedoch alle Steffen nannten und der immer nett war und alle unsere Fragen geduldig beantwortete.

 

Unseren ersten Tag in Lublin verbrachten wir mit zwei Stadtführungen. Bei der ersten zeigte uns eine lokale Stadtführerin viele interessante Orte und erzählte uns etwas zur Geschichte dieser Orte. Wir besichtigten zum Beispiel das Schloss, in dem sich eine Kapelle befand, die berühmt ist für ihre Freskenmalereien. Dies ist eine Technik der Wandmalerei, die auch schon in der Antike beliebt war.

 

Nach einer Pause ging es dann weiter mit der Führung von Steffen. Er zeigte uns das jüdische Viertel und spätere Ghetto in Lublin. Es war sehr spannend, diese Orte zu sehen und  etwas über die Menschen damals zu hören.

 

Zum ersten Mal wurden Juden in Lublin im Jahr 1316 genannt. Ab 1862 konnten sie sich in der ganzen Stadt niederlassen, so waren 1865 fast 60% der Bevölkerung jüdisch. Als das Deutsche Reich 1939 Lublin besetzte, lebten zirka 40.000 jüdische Menschen hier. 1941 wurde das Ghetto Lublin eingerichtet. Es war auch traurig zu beobachten, dass man an manchen Stellen heute gar keine Spuren dieser jüdischen Geschichte der Stadt mehr vorfindet und nur wenige Denkstätten oder Tafeln zu finden sind.

 

Wir lernten, dass hier im Lubliner Ghetto die „Aktion Reinhardt“ und damit der systematische Völkermord an den europäischen Juden am Morgen des 17. März 1942 begann. An diesem Tag begann die Räumung des Lubliner Ghettos und von nun an wurden die Lubliner Juden ins Vernichtungslager Belzec deportiert und dort ermordet. Nur ganz wenige Juden aus Lublin überlebten.

 

Mittwoch fuhren wir dann schon früh los in Richtung Zamosc. Dort hatten wir eine erneute Stadtführung von einem Lehrer, der in dieser Stadt lebt. Steffen hatte diesen Kontakt hergestellt und übersetzte im Folgenden für uns vom Polnischen ins Deutsche. Die Stadt erinnert ein wenig an eine italienische Stadt, da sie von einem italienischen Architekten geplant wurde. Planung und Errichtung der Stadt wurde von ihrem Begründer, Jan Zamoyski, in Auftrag gegeben, der nicht mehr und nicht weniger als eine ideale, eine perfekte Stadt begründen wollte. Hierzu lud er auch Vertreter verschiedener Religionen dazu ein, in der Stadt zu leben. So entstanden ein armenisches und ein jüdisches Viertel. Wichtig für uns war die Besichtigung des Ortes aber vor allem deswegen, weil in einem Zug auch Juden aus Bochum ins Ghetto von Zamocs transportiert wurden. Dieser Zug fuhr am 30. April 1942 vom Dortmunder Südbahnhof aus los und brachte Juden aus dem gesamten Regierungsbereich Arnsberg, also auch aus Bochum, nach Zamocs. Keiner aus diesem Zug hat überlebt.

 

Wir hatten anschließend Zeit, Zamosc selber zu erkundigen, bevor es am Nachmittag nach Belzec ging. Hier führte uns Steffen knapp zwei Stunden durch den sehr kleinen Ort und erzählte uns die Geschichte, wie das Vernichtungslager in Belzec entstand und wie es genutzt wurde.

 

Belzec ist ein ehemaliges Vernichtunsgslager, in dem über 430000 Menschen ermordet wurden. Heute findet sich dort ein Gedenkort mit Grabsteinen, die an die hier ermordeten Menschen aus verschiedenen Städten und Ländern gedenken. Da es auch Deportationen aus Dortmund gegeben hat, gab es auch ein Gedenkstein für diese Opfer. Wir hatten uns schon vor der Fahrt mit dem Opfern aus Dortmund befasst und gedachten ihnen also nochmal besonders. Jeder legte eine Rose auf den Grabstein. Dies war ein sehr emotionaler Moment, traurig und bedrückend.

 

Es war aber schön zu sehen, dass da jeder so sah und alle ruhig und still waren. Außerdem hatten wir noch Zeit, uns den Ort noch selber anzuschauen und alles zu verarbeiten. Es gab auch ein Museum mit weiteren Informationen und Fakten.

 

Am Donnerstag ging es dann in das Konzentrationslager Majdanek. Dort wurden wir diesmalvon einer jungen Frau aus Warschau herumgeführt. Viele Hütten waren noch original aus der

 

NS Zeit und dies ist ziemlich schockierend, wenn man darüber nachdenkt, was dort Grausames passiert ist.

 

Uns wurde die Gaskammer gezeigt, wo die Menschen brutal zu Tode kamen.

 

Dies war auch wieder sehr erdrückend und alle waren sehr traurig und entsetzt über die vielen sinnlosen Tode. In einem Raum wurden die Schuhe von vielen Opfern aufbewahrt und es wurde einem noch mal klar, wie viele Menschen eigentlich ermordet wurden. Es gab auch wieder ein Museum mit bewegenden Berichten von Häftlingen und Arbeitern. Steffen erzählte uns abschließend noch etwas zur „Aktion Reinhardt“, die hier mit der Erschießung der letzten im Generalgouvernement verbliebenen Juden beendet wurde. Auch das war ziemlich ergreifend, vor allem weil wir uns, während Steffen das erzählte, an genau der Stelle befanden, wo dies am 3. November 1943 stattfand.

 

Am Abend hatten wir eine Reflexionsrunde, in der jeder die Chance hatte, seine persönlichen Eindrücke und Gefühle mit der Gruppe zu teilen. Viele Teilnehmer der Gruppe fanden, dass es sehr traurig, aber auch eine unvergessliche Besichtigung war und alle sich durch die Fahrt auch persönlich noch besser kennengelernt haben.

 

Der Rest des Abends wurde unterschiedlich verbracht, doch viele trafen sich an einem schönen Springbrunnen in der Innenstadt, um sich zum Beispiel nochmal zu unterhalten und die schöne, studentisch geprägte Innenstadt von Lublin mit netten Cafés, Burger Restaurants und vielem mehr zu genießen.

 

Bevor es Freitag nach Hause ging, gingen wir in das Teatr N.N. Dies ist eine zivilgesellschaftliche Initiative in der Stadt Lublin, die Erinnerungen und Fotos von Bewohnern und Bewohnerinnen des ehemaligen Ghettos sammelt.

 

Es ist bewundernswert, dass es Menschen gibt, die sich damit beschäftigen und so den Menschen gedenken.

 

Um 14:30 ging es dann schließlich nach Hause. Als wir nach einer Fahrt über Nacht schließlich Samstagmorgen in Bochum ankamen waren wir alle sehr müde, doch glücklich Teil dieser Fahrt gewesen zu sein.

 

Insgesamt hat uns diese Fahrt allen gefallen. Man hat so viel Neues gelernt ,woran man sich für immer erinnern wird. Es ist traurig und unfassbar, was passiert ist und heutzutage ist es deshalb auch umso wichtiger, die Geschichte niemals zu vergessen.

 



 

-Sina Cristophzik

 




Europa- So denken wir darüber  26.02.2019

 

Wir wollten endlich wissen – was denkt unsere Schule eigentlich von dem Thema Europa. Das Neue Gymnasium in Bochum ist eine eingetragene Europaschule und sollte sich deswegen auch gerade in der Zeit vom „Brexit“ etc. mit diesem Thema beschäftigen.

 

Um diesem Thema näher zu kommen, haben die Schüler der Jahrgangsstufe 9 im Fach GPE – Geschichte, Politik, Erdkunde eine Umfrage gestartet.

 

Insgesamt wurden 62 weitere Schüler im Alter von 10-19 (weiblich, männlich und andere) zu diesem Thema befragt. Die Schüler mussten insgesamt zu sechs Fragen eine Antwort bieten.

 

Die erste Frage war „Was bedeutet Europa für dich?“, dabei muss man beachten das die Ergebnisse der männlichen, weiblichen und anderen Befragten recht unterschiedlich ausfielen. Die meisten männlichen Befragten antworteten mit dem Begriff „Heimat“, die meisten weiblichen Befragten, entschieden sich für die Antwortmöglichkeit „Kontinent“ und im Vergleich dazu wählten die anderen Befragten „offene Grenzen“ und „EU/politische Einheit“. Keiner der Befragten entschied sich für die Antwortmöglichkeit „nichts“, das spricht dafür, dass die Schüler im Jahr 2019 sich doch darüber Gedanken machen, wo sie leben und lernen.

 

Die nächste Frage zielt auf genau diesen Gedanken und das Wissen der Schüler ab: „In welcher Kategorie kennst du dich am meisten, über Europa, aus?“. Dabei gab es fünf Antwortmöglichkeiten: „Geschichte, Kultur, Politik, Wirtschaft und Entwicklung“. Komischer Weise entschieden sich bei dieser Frage sowohl männlich, als auch weiblich gleich und wählten die Antwort „Geschichte“ aus, wohingegen die anderen Befragten sich für die Antwortmöglichkeit „Politik“ und „Kultur“ entschieden haben.

 

Selbstverständlich war es den Schülern auch wichtig herauszufinden, wie wichtig ist den anderen eigentlich Europa und ist es ihnen überhaupt noch wichtig? Dabei sollten die Schüler auf einer Skala von 0 (nicht wichtig) bis 10 (sehr wichtig) ein Kreuz setzen, „Wie wichtig ist dir Europa?“.

 

Bei der Auswertung ergab sich, dass vielen Schülern Europa wichtiger als 4 ist. Um eine genauere Auswertung zu erhalten, wurden die Durchschnitte der Befragten errechnet. Dabei kam heraus, dass die männlichen Befragten Europa wichtiger einschätzen als die weiblichen oder die anderen Befragten, denn der Durchschnittswert lag bei rund 7,3 Punkten wohingegen der, bei den weiblichen, bei 6,2 Punkten und bei den anderen bei 4,8 Punkten lag.

 

Diese Auswertung spiegelt sich auch genauso in der darauffolgenden Frage wieder: „Findest du es gut, dass es die EU gibt?“. Denn dabei haben bis auf sechs Schüler alle mit „Ja“ geantwortet.

 

Um den Bezug zum Neuen Gymnasium Bochum als Europaschule zu bekommen, wollten die Schüler der Jahrgangsstufe 9 in ihrer Befragung wissen, was für die anderen Schüler eine Europaschule überhaupt ausmacht? Dabei kam ganz deutlich heraus, dass die Sprachenvielfalt, die angeboten wird und die damit verbundenen möglichen Austausche, die Grundaspekte einer Europaschule ausmachen. Als letzte Frage wurde nochmal auf das Allgemeinwissen der Befragten eingegangen, in dem die Frage aufkam: „Wie viele Länder den Euro als offizielle Währung haben?“. Selbst auf diese Frage haben die meisten Schüler sowohl männlich, weiblich als auch andere richtig antworten und wählten das Kästchen mit 16-20 Ländern aus. Alles in einem kann man davon sprechen, dass die Schüler des Neuen Gymnasiums Bochum sich gut mit dem Thema Europa auskennen und sich vor allem auch dafür interessieren.

 

Sophia Kokoreva


Karneval rund um den Globus 15.03.2019

Karneval ist doch überall gleich! Oder etwa doch nicht?

Karneval in Deutschland kennt wohl jeder. In der fünften Jahreszeit sind alle kostümiert, es gibt bunte Umzüge von Wagen, die Süßigkeiten herunterwerfen und es wird viel gefeiert. Doch wie wird Karneval eigentlich in anderen Ländern der Welt gefeiert? Dieser Frage werde ich mit diesem Artikel auf den Grund gehen.

 

Karneval in Venedig

Karneval in Venedig ist einfach einzigartig. Viele Leute verkleiden sich mit den edelsten und auffälligsten Kostümen weit und breit. Der Karneval in Venedig hat Tradition seit 1970. Zehn Tage vor Aschermittwoch startet der Karneval mit dem sogenannten Engelsflug. Dabei schwebt eine Artistin von einer 99 m hohen Campaline hinunter auf den Marktplatz. In den darauffolgenden Tagen gibt es eine Reihe weiterer Bühnenshows und Paraden. Die Krönung ist die Kostümparade, bei der jedes Jahr der Preis für das schönste Kostüm verliehen wird und natürlich die Wahl der Karnevalskönigin stattfindet.

 

Karneval in Südamerika

In Südamerika wird auch Karneval gefeiert – aber ganz anders als in Deutschland. In Bolivien sowie in allen südamerikanischen Ländern wird Karneval mit bunten Kostümen, Tanz und Musik gefeiert. In Bolivien aber geht der Karneval drei Tage lang bis Rosenmontag, welcher der Höhepunkt ist. Jeder dieser Tage ist hier einem Gott gewidmet. Da Oruro für die vielen Gold- und Silberminen bekannt ist, ist der erste Tag der Jungfrau der Bergwerksstollen gewidmet. Der zweite Tag ist dem Gott des Spaßes gewidmet. In Peru ist Cajamarca die Karnevalshochburg. Dort werden sogenannte „patrullas“ gebildet, die sich nach einem bestimmten Motto verkleiden. Diese ziehen dann durch die Straßen. Angeführt werden die Züge von König Momo und seiner Frau, die als großer Kopf dargestellt wird. Viele Paare tanzen auch um einem mit Früchten und Geschenken geschmückten Kirschbaum. Diesem versetzen sie nacheinander Axthiebe. Das Paar, das es schafft, den Baum zu fällen, muss sich nächstes Jahr um diesen neuen Baum kümmern.

Karneval in Brasilien ist ein Fest bei dem 2 Millionen Menschen zusammenkommen und nach Herzenslust feiern. Besonders berühmt dabei ist der Karneval in Rio. Mit viel Musik und Tanz wird dort gefeiert. Die zwölf talentiertesten Sambaschulen bereiten jeweils eine 80 minütige Showeinlage mit bunten Kostümen und Musik vor. Diese finden auf dem Sambodrom statt, einem Betonbau, der extra für den Karneval errichtet wurde. Dort gibt es auch viele Sitzplätze und man kann dort sogar auf manchen Plätzen gratis sitzen. Auch berühmt sind die sogenannten Ballthemen, die der Scala Nachtclub während des Festivals veranstaltet. Wem das nicht zusagt, der kann aber auch bei einer der unzähligen Straßenpartys mitmachen.

 

Karneval in Russland

Der in Russland gefeierte Karneval, welcher „Maslenitsa“ genannt wird, wird Ende Februar bis Anfang März gefeiert. Überall in Russland werden zu dieser Zeit kleine, gelbe Pfannkuchen - Blinis - genannt, gegessen. Blinis sollen die Sonne symbolisieren. Am Samstag ist der Tag des Abschieds. An diesem Tag besuchen sich für gewöhnlich die Verwandten und beschenken sich gegenseitig In der Maslenita Woche, ist aber der Sonntag der wichtigste Tag. An diesem Tag bitten alle um Verzeihung und vergeben den anderen.

 

 

https://bit.ly/2VG5Jfu

https://www.riocarnaval.org/de/brasilianischer-karneval/karneval-in-brasilien.html

https://www.urlaubsguru.de/reisemagazin/karneval-in-venedig/

https://bit.ly/2XKCrhS


Die neue Frankfurter Altstadt                      01.12.18

Dürfen Rekonstruktionen unser Stadtbild bestimmen?

Die neue Altstadt

 

In der Bankenmetropole Frankfurt am Main wurde ein kleiner Teil der im Krieg zerstörten Altstadt wiederaufgebaut. Zwischen 2012 und 2018 wurden durch die von der Stadt gegründeten Dom Römer GmbH zwischen dem Frankfurter Dom, dem Rathaus Römer und der Kunsthalle Schirn 15 Nachbauten und 20 Neubauten gebaut. Das Zentrum bildet der Hühnermarkt. Die wichtigste Straße ist der sogenannte Krönungsweg, der diesen Namen trägt, weil früher über ihm die frisch gekrönten Kaiser mit ihren Gefolgsleuten vom Dom zum Römer marschierten. Die wichtigsten der neuen Gebäude sind die Goldene Waage, das Haus Melber, in dem Goethes Tante Johanna Melber lebte und das Stadthaus, das als moderner Tagungsort dient. Petra Roth (CDU), die damalige Oberbürgermeisterin der Stadt Frankfurt, legte am 23.01.2012 den Grundstein für die Neue Altstadt. Am 28.09.2018 eröffnete Peter Feldmann (SPD), Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt, der früher selbst zu den Kritikern gehörte, die Altstadt und sagte nachher:

 

,,Es ist nicht nur einfach ein Wiederaufbau, denn es sind viele originale Teile, die gefunden wurden wieder mit eingeflossen. Das ein oder andere Teil ist eben nicht nur nachgebaut und da sind wir sehr stolz drauf.“

 

Kritik an der neuen Altstadt

 

Schon vor der Fertigstellung bezeichneten viele die Altstadt als ,,Disneyland“. Der Architekt Jürgen Engel sagte:

 

,, Das Altstadtviertel zeugt von einer inneren Angst, dass man nicht an die Zukunft glaubt.“

 

Sein Entwurf von zeitgenössischer Kunst hat den Architekturwettbewerb gewonnen. Er plante ein modernes Viertel mit einem Museum, einer Bibliothek und einem Hotel. Die Stadt entschied sich dann aber doch für den Wiederaufbau. Ein weiterer Kritikpunkt waren die Kosten. Es waren nämlich 130 Millionen Euro vorgesehen. Zum Schluss hat das ganze ca. 200 Millionen Euro gekostet.

 

Geschichte der Altstadt seit dem Mittelalter

 

Im Mittelalter war die heutige Altstadt das Zentrum der Stadt. Dort waren die Banken, Börsen und Märkte. Von 1562 bis 1790 wurden in Frankfurt die Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gewählt und im Frankfurter Dom die Kaiser gekrönt und schritten durch die Altstadt zum Römer. Im späten 19. Jahrhundert verließen die Banker und Händler das Viertel. Zu der Bevölkerung zählten nun hauptsächlich Handwerker. Die Zustände der Bewohner in der Altstadt waren schlecht. Viele Gebäude waren nicht in den Besten Zuständen. Es gab aber auch schöne Straßen und Plätze zum Beispiel den Hühnermarkt, den Garküchenplatz, den Krautmarkt oder den Krönungsweg. 1944 wurde die Altstadt im Zweiten Weltkrieg fast Vollständig zerstört. 1966 begann man mit dem Bau einer U-Bahn Linie. Wegen des Baus der U-Bahn-Station Dom/Römer wurden viele archäologisch wichtige, noch nicht untersuchten Siedlungsspuren zerstört. Zwischen 1972 und 1974 wurde das Technische Rathaus erbaut. Das Betongebäude ist im brutalistischen Baustil erbaut. Ebenfalls wurde ein unterirdisches Parkhaus errichtet. In den 1980er Jahren wurden gegenüber vom Römer schon ein paar alte Gebäude rekonstruiert.  Im Jahr 2010 wurde das Technische Rathaus abgerissen. Von 2012 bis 2018 wurde die Altstadt wiederaufgebaut.

 

Rekonstruktionen in anderen Städten

 

Das Beste Beispiel für eine gelungene Rekonstruktion ist die Frauenkirche in Dresden. Sie wurde von 1993 bis 2005 Originalgetreu mit Altem Material wiederaufgebaut. Sie ist heute das Wahrzeichen der Stadt. Um die Frauenkirche wurden am Dresdener Neumarkt eine große Zahl an Häusern und Palais rekonstruiert. Viele sagen es sei eine gelungene Rekonstruktion und die Gebäude bilden ein perfektes Umfeld für die Frauenkirche, manche anderen schreiben dem Platz ,,Puppenstubencharakter“ zu. Das Stadtschloss in Berlin wird ebenfalls wiederhergestellt. Als schlechtes Beispiel für einen Wiederaufbau sehen viele die Kommandantur in Berlin. Sie zeugt für viele nämlich nicht von der Lebhaftigkeit, die in alten Gebäuden vorhanden ist. Auch in Potsdam wurden das Stadtschloss, das Palais Barberini und der Neumarkt nachgebaut. In der Altstadt von Nürnberg sind viele Gebäude nach dem Zweiten Weltkrieg wiederaufgebaut wurden. Um andere Gebäude wie das Pellerhaus wird heute diskutiert, ob man es nachbauen sollte.

 

Jonathan Radkowski

 

 



Mein Weg

Aabid erzählt von seiner Flucht aus Syrien und seinen Eindrücken von Deutschland

Ich heiße Aabid (Name geändert) und komme aus Aleppo in Syrien.

 

Ich bin hier, weil unser Land zerstört wurde. Ich habe in der Zollabfertigung gearbeitet; hatte drei Büros in Syrien: eines in Aleppo und die anderen an der Grenze. Mein Vater hatte drei Lebensmittel-Geschäfte. Als der Krieg anfing, ist alles zerbombt worden: Die Familie hatte sieben Eigentumswohnungen, sechs wurden zerstört. 2011 hat der Krieg begonnen, da mussten wir aufhören zu arbeiten.

 

Mein älterer Sohn Rashid hatte Angstzustände, wenn eine Bombardierung begann. Ich habe ihm beigebracht, dass er, wenn Bomben fallen, seinen kleinen Bruder schnappen soll und unter den Tisch gehen soll.

 

Wir waren drei Tage umzingelt und mussten diese drei Tage von einem Teller Reis essen. Wir sind aus der Umzingelung ausgebrochen. Deshalb habe ich 2013 beschlossen, Aleppo zu verlassen und in die ländlichen Gebiete Syriens zu ziehen.

 

Ich bin also mit meiner Frau, meinen beiden Söhnen und meinem Bruder mit Frau und Kind losgezogen. 2-3 Monate wohnten wir auf dem Land, aber dann gab es auch dort Bombardierungen.

 

Anfang 2014, im März oder April, sind wir in die Türkei gereist. Aber das Leben dort war teuer und die Arbeitsbedingungen sehr kompliziert. Mein Bruder hat in einem Café gearbeitet und umgerechnet 5 Dollar die Stunde verdient. Dadurch konnten sie den Lebensunterhalt finanzieren.

 

Ich habe mich erkundigt, ob man als Flüchtling in Deutschland aufgenommen werden kann. Mir wurde „Ja.“ gesagt. Ich habe einen entfernten Verwandten in Deutschland, der mich in der Türkei besucht und gesagt hat, ich könne nach Deutschland kommen und dort arbeiten. Nur mein Bruder und ich sind nach Deutschland gegangen: Wir konnten das Risiko für unsere Familien nicht tragen. Sie warten noch immer in der Türkei auf eine Familienzusammenführung.

 

Mit Schlauchbooten kamen wir nach Griechenland, in die Grenzstadt Kavala. Anschließend sind wir zu Fuß nach Mazedonien, dann nach Serbien. Von dort aus nach Kroatien, nach Ungarn, nach Österreich und schließlich nach Deutschland (München). Die Grenzpolizei brachte uns mit Bussen in die Nähe von Mannheim, dann nach Dortmund, Oberhausen, nach Köln. Dort wurden wir angemeldet, danach mussten wir zurück nach Oberhausen, wo sie uns letztendlich nach Bochum schickten. Das war am 12. November.

 

Mein erster Eindruck von Deutschland war nicht das, was ich mir vorgestellt habe. Ich war enttäuscht von den chaotischen Umständen, in Bezug auf die Flüchtlinge: Das Wirtschaftswunderland Deutschland verlässt sich auf den Zufall!

 

Die Deutschen als einzelne Personen hingegen, sind sehr gute Zuhörer, können gut Probleme lösen und sind sehr freundlich. Es gibt allerdings Ausnahmen. Bei mir gab es aber zum Glück bisher noch keine schlimmen oder negativen Vorfälle.

 

Ich habe mehrere Abschlüsse in wirtschaftlichen Themen, z.B. einen Master. In diesem Bereich möchte ich weiterarbeiten.

 

Außerdem wünsche ich mir, dass es mit unserem Asylantrag etwas schneller geht. Wir kommen aus einem Bürgerkrieg, wir brauchen eine gewisse Erleichterung. Nicht so, wie die Wirtschaftsflüchtlinge. Es gibt auch Leute, die Kinder in Syrien haben und sie fürchten immer um deren Leben. Ihnen sollte Deutschland die Angst nehmen.

 

Natürlich möchte ich in meine Heimat zurückkehren, wenn es dort wieder sicherer ist. Auf jeden Fall bedanke ich mich aber bei Deutschland für diese Aufnahme. Diesen Gefallen vergessen wir Deutschland nie.

 

-Tim Pöppel